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Die Gute Alte Zeit

Ohne Zweifel gibt es Dinge die keinen außer mir und vielleicht meiner Familie etwas angehen. Das Persönliche muss privat bleiben dürfen. Erst wenn ich es absichtlich der Öffentlichkeit preisgebe, wie heutzutage in den Sozialen Medien so üblich, verliert es seine Privatheit. Die Frage ist nur, was alles kann als persönlich definiert werden.

Früher, als die Welt noch altmodisch, total entspannt und langweilig normal war, zog man die Gardienen zu, schloss die die Tür und ließ damit den neugierigen Nachbarn außen vor. Das war Datenschutz und Privatheit ohne Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Auf die Idee das Geburtsdatum unter Verschluss zu halten, damit die Nachbarn nicht erfahren wie alt man ist, kam niemand. Bei Lichte betrachtet: totaler Blödsinn. Das ist ein „modernes“ Verhalten, verursacht durch eine krankhafte Überhebung und Überzeichnung der Persönlichkeitsrechte. Also eine psychologisch, gesellschaftliche Mutation.

In den dörflichen Gemeinschaften, in denen die meisten von uns sozialisiert wurden, wusste man sowieso alles von jedem. Das Alter sowieso.

Selbst bei intensivster Analyse der damaligen Lebensverhältnisse lassen sich keine abnorme oder gar unanständige Lebensweisen feststellen die nur mangels eines nicht vorhandenen Datenschutz-Bewusstseins zustande kamen.  Aber sei‘s  drum, die Welt hat sich verändert. Wieder wurde sie komplexer und undurchschaubarer. Und wieder hat sie ein Stück weit, Einfachheit und Natürlichkeit verloren. Vergessen wir nicht, in allen anderen Bereichen unseres gesellschaftlichen Daseins, erleben wir ja ähnliche Entwicklungen.

In einer renommierten deutschen Zeitschrift gibt es in jeder Ausgabe eine Kolumne mit der Überschrift „Früher war alles schlechter“. Alle Themen die da zeitlich verglichen werden schneiden in der Tat in der Vergangenheit schlechter ab. Diesmal wäre es bestimmt anders. Ein Vergleich der „alten“ verflossenen Zeit ohne Datenschutzgrundverordnung mit unserer „neuen“, bis in die letzten Ritzen digitalisierten und öffentlich abrufbaren Welt, hätte zur Folge, dass die „alte“ Zeit das Prädikat „Gut“ bekäme. Also „Gute alte Zeit“.

Zukünftig werden die Geburtstage und Hochzeitsjubiläen unserer Landsleute nur dann auf dieser Internetseite publiziert, wenn die betroffenen Personen es uns schriftlich erlauben. Lediglich die Sterbefälle dürfen wir ungefragt veröffentlichen.

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